NLA: Knapp daneben ist auch vorbei
Samstag, 26. Februar 2022 – UHV Skorpion Emmental Zollbrück steht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Cupfinal. Gegenüber stehen den Skorps die Kloten-Dietlikon Jets, die stärksten Kontrahentinnen der laufenden Meisterschaft. Die beiden Teams begegnen sich auf Augenhöhe und doch wurde den Jets von Schweizer Unihockeymedien die Favoritenrolle zugewiesen.
Das Spiel begann aus Sicht der Skorps wunschgemäss, konnte man mit anfänglich zwei Linien viel Druck auf das Tor der Jets ausüben. Im laufe der Anfangsphase wurde nun auch die dritte Linie der Emmentalerinnen ins Spiel gebracht, die sogleich für einige Ausrufezeichen sorgte. In der zwölften Minute sorgte ebendiese dritte Formation durch Malin Brolund für die erstmalige Führung. Brolund überraschte die Jets Verteidigung nach einem Freistoss mit einem Laufspiel von hinter dem Tor und versenkte das Spielgerät hinter Torhüterin Schmid. Die Jets erwachten nach diesem Gegentreffer und suchten den Ausgleichstreffer mit aller Vehemenz. In der 16. Minute überwand die gefährliche erste Formation der Zürcherinnen die Skorps Verteidigung und Metzger glich das Spiel aus.
Die spielerische Ausgeglichenheit hielt auch im zweiten Spielabschnitt weiter bestand. Diesmal erwischten jedoch die Jets den besseren Start und Metzger traf nach einem herrlich ausgeführten Konter zur Führung für ihre Farben. Die Skorps kämpften und mussten sich von diesem Dämpfer erstmal erholen. In der 29. Minute lancierte Helen Bircher mit einem präzisen Auswurf Nathalie Spichiger, die auf Lea Hanimann weiterleitete, welche eiskalt zum Ausgleich verwertete. Das Skorps-Feuer loderte und Lucie Rezacova netzte wenige Sekunden nach Wiederanpfiff zur 3:2 Führung ein. Mit ihrem herrlichen Treffer brachte sie den prall gefüllten Skorps Fansektor zum Beben und drehte das Spiel wieder zugunsten der Grün-Schwarzen. Die Führung hielt jedoch nicht lange an, denn die erste Jets Formation hatte noch nicht genug vom Toreschiessen und das Duo Wieland/Metzger war um den neuerlichen Zürcher Ausgleichstreffer besorgt.
Im letzten Drittel wurden beidseits die besten Kräfte noch einmal forciert und die Emotionen gingen langsam hoch. Das Spiel wurde nun zu einem Abnützungskampf auf hohem Niveau, welches das Nervenkostüm beider Teams auf die Probe stellte, da jeder Aktion die Entscheidung hätte sein können. In der 50. Minute war es die junge Zürcher Stürmerin Niederberger, die von der Berner Verteidigung zu inkonsequent angegangen worden war und mit einem platzierten Schuss zur 4:3 Führung einnetzte. Cheftrainer Lukas Schüepp und seine Frauen waren nun gefordert. Die Skorps suchten den Ausgleich erst mit fünf und später mit sechs Feldspielerinnen, doch die Jets hielten ihren Kasten dicht und so brachen nach der Schlusssirene nicht die Skorps, sondern die Jets in grenzenlosen Jubel aus.
Die Skorps konnten sich auf die grossartige Unterstützung von der Bank wie von der Tribüne verlassen (Fotos: Therese Dominguez)
Trotz dieser bitteren Niederlage dürfen die Skorps mit ihrer Cupfinal Premiere zufrieden sein. Die Niederlage schmerzt, doch bleibt den Emmentalerinnen der Kampf um die Meisterschaft, der bereits nächste Woche in die entscheidende Phase geht. Das ganze Team möchte sich an dieser Stelle bei der grandiosen Unterstützung der Fans bedanken. Die grün-schwarze Wand gab jeder einzelnen Spielerin eine Portion Extra-Energie und sorgte für eine unvergessliche Atmosphäre in der Wankdorfhalle.
Merci tuusig – Heja Skorps!
Kloten-Dietlikon Jets - Skorpion Emmental Zollbrück 4:3 (1:1, 2:2, 1:0) Sporthalle Wankdorf, Bern. 1498 Zuschauer. SR Keel/Siegfried.
Tore: 12. M. Brolund (S. Bergmann) 0:1. 16. N. Metzger (A. Gämperli) 1:1. 21. N. Metzger (L. Wieland) 1:2. 28.36 L. Hanimann (N. Spichiger) 2:2. 28.44 L. Rezacova 2:3. 33. L. Wieland (N. Metzger) 3:3. 50. R. Niederberger (M. Hintermann) 4:3.
Strafen: keine Strafen gegen die Jets. 1mal 2 Minuten gegen Skorpion Emmental Zollbrück.