NLA: Die Skorps ziehen ins Halbfinale ein
Skorpion Emmental Zollbrück gewinnt auch das dritte Spiel der Best-of-Five-Serie gegen UH Berner Oberland mit 6:2.
Dieser Samstag war ein ganz besonderer Tag für die Emmentalerinnen. Das erste Mal in der Vereinsgeschichte wurde ein Spiel der Skorps live im Fernsehen übertragen. Dafür nahm man gerne den langen Weg auf sich und reiste nach Winterthur in die extra hergerichtete Arena. Man wollte sich vom Rummel nicht aus der Ruhe bringen lassen, denn man hatte heute die Chance, das dritte Spiel der Serie zu gewinnen und ins Halbfinale einzuziehen.
Das TV-Spiel wurde in der schönen AXA Arena in Winterthur ausgetragen - natürlich vor leeren Rängen (einzig Helfer, Statistiker, Offizielleund Presseleute waren anwesend) (Foto swiss unihockey)
Das Spiel startete eher verhalten. Beide Teams mussten sich zuerst an das Ambiente und den ungewohnten Hallenboden gewöhnen und versuchten, in den erste Spielminuten Sicherheit zu gewinnen. Die Phase des Eingewöhnens dauerte dann etwas länger als geplant, weshalb im ersten Drittel nur wenig Bemerkenswertes geschah. Zwar erarbeiteten sich beide Seiten Torchancen, wussten sie aber nur wenig zu nutzen. In der 8. Minute gelang dem Heimteam aus dem Emmental das erste und einzige Tor dieses Startdrittels. Ein gekonntes Laufspiel von Nathalie Spichiger brachte den Skorps die erstmalige Führung zum 1:0. Mit dem Pfiff zur ersten Pause hatten sich dann auch beide Teams gefangen und hofften, im zweiten Drittel etwas freier aufspielen zu können.
Doch auch das zweite Spieldrittel begann eher harzig. Der Boden und das ungewohnte Ambiente machten wohl beiden Teams zu schaffen. Bälle versprangen und blieben in den Beinen der Gegnerinnen hängen, Pässe wurden zu ungenau gespielt und die Effizienz bei den Abschlüssen blieb aus. Erst in der 30. Minute erhöhte Corina Grundbacher zum 2-Tore-Vorsprung. Nachdem erneut einige Minuten nicht viel geschah, gelang den Skorps kurz vor Drittelsende ein Doppelschlag. Lara Kipf und Sonia Brechbühl erhöhten innerhalb von 30 Sekunden auf 4:0 und verschafften den Emmentalerinnen ein kleines Polster.
Helen Bircher zeigte ihre Klasse und wurde zurecht als Bestplayerin der Skorps ausgezeichnet. (Foto swiss unihockey)
Dieses Polster wollte man im letzten Drittel nun verteidigen. Es waren jetzt die Gäste, die agieren mussten. Das taten sie dann auch, der Druck auf das Tor des Heimteams verstärkte sich. Nur 45 Sekunden im letzten Drittel waren verstrichen, als Sara Piispa im Alleingang das erste Tor der Oberländerinnen schoss. Rund 5 Minuten später waren es erneut die Oberländerinnen, die erfolgreich waren. Sara Piispas Schuss verfehlte das Tor nur knapp, traf jedoch Wenger, woraufhin der Ball ins Tor der Emmentalerinnen abgelenkt wurde. Nun stand es 4:2 und alles war wieder offen. Die Skorps waren jetzt gezwungen, ein Time-Out zu nehmen. Man musste das Defensivverhalten verstärken und mit mehr Konsequenz agieren, um eine Spielwende zu verhindern. Das Time-Out schien Früchte zu tragen, denn zu weiteren Toren der Oberländerinnen kam es nicht. Vielmehr waren es die Skorps, die sich Offensivchancen erspielten und in der 53. Minute durch Nikol Pekarkova auf 5:2 erhöhten. Ein überharter Körpereinsatz führte dazu, dass Grossenbacher auf der Strafbank Platz nehmen musste, was den Skorps eine Überzahl bescherte. Diese blieb ungenutzt, aber wertvolle Zeit der Oberländerinnen verstrich. Das Gastteam nahm ein Time-Out, um die letzten Kräfte mobilisieren zu können. UH Berner Oberland setzte alles auf eine Karte und ersetzte die Torhüterin durch eine sechste Feldspielerin. Ein Ballverlust in der eigenen Zone führte zu einem weiteren Treffer der Skorps. Nathalie Spichiger versenkte den Ball auf Zuspiel von Brechbühl in das leere Tor und baute die Führung ihres Teams auf 6:2 aus. Auch eine Zweiminutenstrafe, die eine Sekunde vor Spielende gegen die Torhüterin der Oberländerinnen ausgesprochen wurde, vermochte nichts mehr am Resultat zu ändern.
Ein über lange Strecken harziges und ausgeglichenes Spiel endete schlussendlich deutlich zu Gunsten der Skorps, welche sich mit diesem wichtigen Sieg ein Halbfinal-Ticket sicherten.
UHV Skorpion Emmental – Unihockey Berner Oberland 6:2 (1:0, 3:0, 2:2) AXA Arena Winterthur, Schiedsrichter: Friemel / Hasselberg
Tore: 8. N. Spichiger (N. Pekarkova) 1:0. 30. C. Grundbacher (S. Brechbühl) 2:0. 39. L. Kipf (L. Rezacova) 3:0. 40. S. Brechbühl (N. Pekarkova) 4:0. 41. S. Piispa 4:1. 47. K. Wenger (S. Piispa) 4:2. 53. N. Pekarkova (L. Liechti) 5:2. 59. N. Spichiger (S. Brechbühl) 6:2.
Skorpion Emmental: Bircher, Jeige, Aeschbacher, Ritter, M. Thomi, Liechti, Reinhard, Berger, Pekarkova, Sturzenegger, Baumgartner, Brechbühl, Grundbacher, Rezacova, J. Thomi, Kipf, Marti, Bergmann, Bieri, Gerber, Spichiger, Maurer.
Unihockey Berner Oberland: Nieminen, Grossenbacher, Krähenbühl, Meer, Eggel, Meyer, Wenger, Greber, Würsten, K. Bieri, Piispa, Zurbriggen, Leu, Willener, Köstinger, Müller, J. Bieri, Zeller, Trottmann, Järvinen.
Strafen: 2x 2-Minuten-Strafe gegen Unihockey Berner Oberland. Keine Strafe gegen Skorpion Emmental Zollbrück.
Bestplayer: UHV Skorpion Emmental Helen Bircher; Unihockey Berner Oberland Melea Grossenbacher.