, Wyss Valérie

L-UPL: Abgeklärt in den Superfinal

Nach der knappen Niederlage in Chur kehren die Skorps vor eigenem Anhang auf die Siegerstrasse zurück. Sie holen sich das verdiente Ticket in den Superfinal.

In einer lauten und vollen Ballsporthalle Zollbrück ist vom Einlauflied nichts zu hören. Die Teams werden mit viel Applaus, Glockenspiel und Trommelschlägen willkommen geheissen. Diese Unterstützung haben sich die Frauen um Headcoach Luki Schüepp mit einer hervorragenden Saison verdient. Als 6. Frau wollen die Fans ihre Frauen in den Superfinal tragen.

Im Gegensatz zu den meisten bisherigen Spielen geht keine Mannschaft in den ersten 60 Sekunden in Führung. Sofort ist sicht- und spürbar, dass viel auf dem Spiel steht. Beide Teams wollen viel Ball- und die Spielkontrolle in ihren Reihen wissen. Wenig überraschend sehen die Zuschauer:innen kein offensives Feuerwerk. Die Mannschaften halten sich bestmöglich an die taktischen Vorgaben der Trainer und setzen punktuell Nadelstiche in die gegnerische Defensive. In der 12. Minute wird Selma Bergmann nach einem unkorrekten Stockeinsatz für 2 Minuten auf die Strafbank geschickt. Eine erste richtig heikle Situation für die Emmentalerinnen. Das stark besetzte Powerplay von Chur lässt den Ball gewohnt sicher und schnell in ihren Reihen zirkulieren und feuert regelmässig und gewohnt scharf auf Bircher im Skorps-Tor. Die Box hält diesem Druck aber Stand und so kehrt Bergmann genau 2 Minuten später auf das Feld zurück. Ein letzter Abschluss landet bei Bircher, die sieht, dass Bergmann nicht wie ihre Kolleginnen zur Wechselbank läuft, sondern sich auf den Weg nach vorne macht. Der starke Auswurf folgt und Bergmann schiesst ihre Farben mit einem Backhand-Abschluss ein erstes Mal ins Glück. 10 Sekunden nach der Strafe führen die Skorps doch noch mit 1:0. Dieses Resultat hat auch nach 20 Minuten und einer weiteren Unterzahl für das Heimteam bestand.

Nach der Pause geht es auf beiden Seiten mit drei Linien und Bedacht auf Ballbesitz weiter. Kurz vor Spielmitte kommt piranha durch Dina Koch zu einer weiteren Grosschance, die jedoch an der Latte landet. Nach einem Gegenstoss der Skorps und einem regelwidrigen Stockeinsatz von Joos dürfen sich die Emmentalerinnen ein erstes Mal im Powerplay üben. Im Vergleich zur Qualifikation läuft der Ball aber nicht so überzeugend und die Spielerinnen tun sich schwer, eine Lücke in der Box von chur zu finden. Und so kommt es, dass ein Querpass von Corin Rüttimann abgefangen wird. Blitzschnell schaltet diese mit ihrer Sturmkollegin Repkova um und stürmt in Richtung Skorps-Tor. Ein herrlicher Doppelpass später jubeln die 4 Bündnerinnen über den Ausgleich. Immerhin ist noch mehr als eine Minute Überzahl auf der Anzeigetafel. Doch der Ball will nicht ins Tor. Doch halt, kaum ist piranha wieder in Vollbestand, trifft das Powerplay durch Spichiger doch noch zur erneuten Führung. Analog dem 1. Drittel können dieses Mal die Skorps die nummerische Unterzahl kurz vor der Pause schadlos überstehen und mit dem knappen Polster in das hoffentlich letzte Drittel starten.

Mit nun 10 Spielerinnen versuchen die Bündnerinnen nun aus allen Lagen den Ball im Tor zu versenken. Doch die solidarisch aufspielenden Emmentalerinnen wehren ab, was es zu wehren gibt. Sie gehen selbst gewohnt bedacht in die Vorwärtsbewegung und versuchen Münger immer wieder mit schönen Kombinationen zu bezwingen. Doch erst ein grosses Chaos in der gefährlichen Zone führt zum verdienten 3. Treffer. Ein abgefälschter Ball findet auf Umwegen und äusserst langsam den Weg hinter die Torlinie. Die Erleichterung auf dem Feld und in den Zuschauerrängen ist nicht zu übersehen. Umarmungen und erleichtertes Anstossen ist zu sehen. Jetzt nicht nachlassen und sich die Butter nicht noch vom Brot nehmen lassen. Es folgen weitere intensive Minuten, in denen auch Schüepp seine Kräfte bündelt und mit 10 Frauen in den Kampf geht. Es ist Bergmann, die in der 52. Minute das Score auf 4:1 stellt. Jetzt ist der Knoten geplatzt. Nur gerade 34 Sekunden später ballert die junge Michelle Gerber das Spielgerät nochmals in die Maschen und damit ihr Team ganz nah an den Superfinal. Nach dem Timeout auf Seiten Chur sehen sich die Skorps mit 6 Feldspielerinnen auf der Gegenseite konfrontiert. Dies gibt dem Spiel eine neue Dynamik und so jubelt nach knapp 54 Minuten chur über den 2. Treffer des Abends. Egal, nach einem Ballgewinn ist Spichiger die nächste, die sich in die Skorerliste einträgt. Dieser Treffer wird wieder „neutralisiert“, Rüttimann mit ihrem 59. Scorerpunkt in dieser Saison verkürzt nochmals. Doch auch darauf findet das Heimteam eine Antwort. Das 7. Skorps-Tor durch Topscorerin Brechbühl ist die Entscheidung. Die Skorps gewinnen mit 7:3 und damit die Serie mit 4:1 gegen piranha chur.

Der 2. Superfinal der Vereinsgeschichte nach 2021 ist Tatsache. So wird in der BOE noch eine Weile gefeiert. Danke an über 400 Matchbesucher:innen, die lauthals zum Erfolg beigetragen haben. Jetzt heisst es: aui zäme uf Chlote! Die Mannschaft freut sich dort ebenfalls auf eine grosse Unterstützung und wird alles daransetzten, den nächsten Meilenstein in der Vereinsgeschichte zu nehmen.

Heja Skorps!

Skorpion Emmental Zollbrück - piranha chur 7:3 (1:0, 1:1, 5:2) Ballsporthalle Oberemmental (BOE), Zollbrück. 433 Zuschauer. SR Etter/Mutzner.
Tore: 14. S. Bergmann (H. Bircher) 1:0. 33. C. Rüttimann (M. Repková) 1:1. 35. N. Spichiger (S. Brechbühl) 2:1. 47. M. Thomi (Eigentor) 3:1. 52. S. Bergmann (L. Hanimann) 4:1. 53. M. Gerber (S. Brechbühl) 5:1. 54. K. Klapitová (C. Rüttimann) 5:2. 55. N. Spichiger (S. Bergmann) 6:2. 56. C. Rüttimann (D. Berger) 6:3. 58. S. Brechbühl 7:3.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Skorpion Emmental Zollbrück. 3mal 2 Minuten gegen piranha chur.